"Die Kontaktfreudigkeit und Hilfsbereitschaft, das enge Beieinander im Beruf und Alltag, sind auszeichnend für die Region." René Zechlin
René Zechlin
Museumsdirektor
Ludwigshafen
Das Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen ist eines der bedeutendsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Rhein-Neckar. Seit 2104 wird es geleitet vom gebürtigen Würzburger René Zechlin. Nach Stationen beim Kunstverein Frankfurt, der Lewis Glucksman Gallery in Irland und der Leitung des Kunstvereins Hannover, lenkt er nun die Geschicke des Hauses mit der farbenfrohen Miró-Fassade vis-à-vis des Ludwigshafener Pfalzbaus.
Stifter Wilhelm Hack sah das Museum als eine Stätte der Begegnung. Museumsdirektor Zechlin möchte an diesen Gedanken anknüpfen – was ihm angesichts der selbst erfahrenen Gastfreundschaft auch leichtfällt: Denn als wirklich besonders hat der 41-Jährige seinen Arbeitsbeginn in Erinnerung behalten. Nicht nur die Museumskollegen nahmen ihn sehr herzlich auf, von der gesamten Region fühlte er sich mit offenen Armen empfangen: „Die Kontaktfreudigkeit und Hilfsbereitschaft, das enge Beieinander im Beruf und Alltag, sind auszeichnend für die Region.“ Für das Wilhelm-Hack-Museum hat er sich das Ziel gesetzt, den ganz eigenen Charakter nach außen zu tragen, die überregionale Bekanntheit auszubauen und Rhein-Neckar in seiner Bedeutung als Kulturstandort zu festigen.
Für ihn ist die Lage der Region gerade für kulturell Interessierte sehr spannend, mit seiner Vielfalt an historischen und zeitgenössischen Museen. Um Museumsgästen die enge Verbindung der Städte in der Metropolregion zu zeigen, lässt er seine Besucher bereits in Mannheim in die Straßenbahn in Richtung Ludwigshafen umsteigen. Auch wenn gerade Ludwigshafen nicht unbedingt als Kulturstandort wahrgenommen wird, sieht Zechlin das Industrie-Klischee, das der Stadt am Rhein nach wie vor anhängt, als längst überholt an. „Ich möchte den Coolness-Faktor der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar weiter erhöhen und zeigen, dass Kunst absolut nicht langweilig sein muss.“
Wer annimmt, dass Zechlin nach einer Arbeitswoche erstmal genug von Museen hat, der irrt. Lachend erzählt er, dass er tatsächlich auch seine freie Zeit gerne in den zahlreichen Ausstellungen der Region verbringt. Auch das alljährliche Festival des deutschen Films auf der Parkinsel – mit seiner ganz eigenen magischen Atmosphäre, weit weg von rotem Teppich und Schicki-Micki – lässt er sich nicht entgehen. Auf der bewaldeten Insel am Ludwigshafener Rhein-Ufer findet man ihn auch sonst oft an seinen freien Tagen, wenn es ihn ins Grüne lockt.
„Stadt und Land gehen in der Region Rhein-Neckar nahtlos ineinander über. Ob ich heute ins liebliche Heidelberg fahre oder lieber Richtung Weinstraße, entscheide ich spontan, je nach Lust und Laune“, erzählt René Zechlin. Die ungeheure Vielfalt und Verschiedenheit auf engem Raum hat der gebürtige Würzbürger in dieser Art auf seinen Stationen durch Deutschland noch nicht erlebt. Besonders die kulturelle Vielfalt und die Küche haben es ihm angetan. Die Mischung aus traditioneller und Gourmet-Küche, sowie die Einflüsse aus fremden Kulturen machen den erstklassigen Kulturstandort Rhein-Neckar für den Museumsdirektor auch zu einem Schlemmerparadies.